Düsseldorf als Münzstätte

 

 

Die Ausprägung von Münzen begann unter Wilhelm II. von Berg (1360-1380), der hier als Graf seit dem Ende des Jahres 1377 Schillinge (halbe Weißpfennige) auf rheinischen Schlag und als Herzog (1380-1408) zwischen 1404 und 1408 Weißpfennige gleicher Art prägte. Nach längerer Pause wurde die Münzstätte in Düsseldorf unter Herzog Wilhelm V. (1539-1592) erneut tätig. Sie ist wohl auch nach der Herbstprobation 1583 von Rodenkirchen wieder eröffnet worden und arbeitete bis gegen 1589. Geprägt wurden Goldgulden, Taler, Vierteltaler, Acht- und Vieralbus und Achthellerstücke. Herzog Johann Wilhelm I. (1592-1609) ließ zwischen 1604 und 1609 nochmals in Düsseldorf münzen, nachdem die Münzstätte sicherheitshalber von Mülheim verlegt worden war. Man prägte unter Herzog Johann Wilhelm I. Goldgulden, Achtheller und Heller. Nach dem Teilungsvertrag von Xanten (1614) kamen die Herzogtümer Jülich und Berg zu Pfalz-Neuburg. Unter seinen Herrschern ließen die Kurfürsten Wolfgang Wilhelm (1614-1653) und Philipp Wilhelm (1653-1675) ab 1628 wieder in Düsseldorf als einziger Münzstätte für die Herzogtümer Jülich und Berg Münzen schlagen. Zur Ausprägung kamen, neben wenigem Gold- und grobem Silbergeld, viel Kleingeld, darunter die VIII-Heller-Stücke, im Volksmund „Fettmännchen" genannt. Die ersten Dukaten dieser Periode kamen im Jahre 1636 zur Ausprägung. Nach 1670 wird die Münzstätte wieder nach Mülheim verlegt, wo sie bis zum Jahre 1691 verblieb. Erst Kurfürst Johann Wilhelm II (1679-1716), im Volksmund „Jan Wellem" genannt, ließ ab 1696 wieder in seiner Residenz in Düsseldorf prägen. Die Landesmünzstätte blieb nun in Düsseldorf. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde neben den kleineren Münzsorten noch erheblich Gold- und grobes Silbergeld ausgemünzt; in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts überwog das Kleingeld.

Da neben der Düsseldorfer Münze auch die pfälzische Münzstätte Mannheim die Geldversorgung für die Herzogtümer Jülich und Berg übernahm, schlug man in Düsseldorf und Mannheim zeitweilig die gleichen Stücke. Der bekannte Numismatiker Alfred Noss versuchte, die Unterschiede zwischen den beiden Münzstätten herauszufinden, und auch Exter befasste sich damit. Eine exakte Zuweisung ist für viele Münzen auch heute noch nicht möglich, da die französischen Revolutionsheere, die das Rheingebiet überfluteten, mit den kurfürstlichen Bauwerken auch die Unterlagen über das Münzwesen vernichteten. Insbesondere die Zuweisung der in Mannheim und Düsseldorf ausgemünzten Geldstücke erweist sich als schwierig, da sogar die Münzstempel zwischen den beiden Münzstätten hin- und hergeschickt worden sein sollen. (Noss)

Nach dem Abzug der Franzosen aus den rechtsrheinischen Gebieten nahm Kurfürst Maximilian Josef (1799-1806) im Jahre 1801 die Münzprägung für Jülich und Berg in Düsseldorf wieder auf. Geprägt wurden Reichstaler, halbe Reichstaler, Dreistüber und Halbstüber. Goldmünzen hat man um diese Zeit in Düsseldorf nicht mehr geschlagen.

Nach Schaffung des Großherzogtums Berg, zu dem auch der preußische rechtsrheinische Rest von Kleve gehörte, war auch Düsseldorf die einzige Münzstätte des Landes. Der neue Großherzog Joachim Murat (1806-1808) ließ 1806 Reichstaler zu 60 Stübern und 1807 Cassataler (etwas leichter als Reichstaler) prägen. Daneben wurden in großen Mengen in den Jahren 1806 und 1807 Dreistüberstücke geprägt. Nach zweijähriger Regierungszeit, am 15. Juli 1808, trat Murat im Vertrag von Bayonne das Großherzogtum an Napoleon ab, dafür erhielt er den bourbonischen Königsthron von Neapel. Das Herzogtum bekam damit Napoleon als unmittelbaren Herrscher. In dieser Zeit (1808-1815) ruhte die Münze in Düsseldorf. Von 1817-1848 ließ das Königreich Preußen in Düsseldorf  mit dem Münzzeichen „D" prägen. Friedrich Wilhelm III. ließ in dieser Zeit in Düsseldorf die Nominale Taler, Sechsteltaler, Silbergroschen, halbe Silbergroschen, Kupfer-Vierpfenniger, Kupferdreier, Kupfer-Zwei-pfenniger und Kupferpfennige prägen. Friedrich Wilhelm IV. beschränkte sich darauf, nur Teilstücke des Talers prägen zu lassen: Sechsteltaler, Silbergroschen, halbe Silbergroschen und die Serie der Kupfermünzen wie Friedrich Wilhelm III..

Die Münze wurde später nach München verlegt; dort verwendet man noch bis auf den heutigen Tag das Düsseldorfer „D" als Münzzeichen.